Landkreis Emsland: Finale Ausbauphase für geförderte Glasfaseranschlüsse gestartet

Der Landkreis Emsland hat gemeinsam mit der Telekom Deutschland GmbH die dritte und letzte Phase des geförderten Breitbandausbaus gestartet. Mit einem symbolischen Spatenstich fiel der offizielle Startschuss für die Erschließung weiterer unterversorgter Bereiche mit Glasfaseranschlüssen am 11. Mai 2026. Hierbei im Fokus stehen die sogenannten „grauen Flecken“ – Adressen, die bislang zwar über Internetanschlüsse mit mindestens 30 Mbit/s verfügen, jedoch noch keinen direkten Glasfaseranschluss besitzen.

 (Foto: Landkreis Emsland)

Die Bürgermeister*innen der Gemeinden im Flächengebiet des "Loses Nordwest" sowie weitere Gäste nahmen am offiziellen Spatenstich am 11. Mai 2026 in Lathen teil. (Foto: Landkreis Emsland)

Zum Auftakt beginnen die Bauarbeiten im Flächengebiet „Los Nordwest“. Dieses umfasst die Samtgemeinden Dörpen und Lathen sowie die Gemeinde Rhede (Ems). Insgesamt sollen dort rund 3.963 Adressen von einem Glasfaseranschluss profitieren. Kreisweit werden in der dritten Ausbauphase insgesamt 8.451 Haushalte und Unternehmen erschlossen.

„Der weitere Ausbau im Los Nordwest bringt uns auf die Zielgerade beim Errichten einer digitalen Infrastruktur mit Spitzengeschwindigkeiten bei der Datenübermittlung. Bereits heute schon sind wir mit einer aktuellen Versorgungsquote von über 90 Prozent vorbildlich und ganz vorn mit dabei“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, hebt v. a. die Bedeutung des Breitbandausbaus für den Mittelstand hervor: „Um ihre Stärken weiter ausspielen zu können und auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen unsere Mittelständler eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Und genau deshalb ist Glasfaser kein Luxus. Es ist die Voraussetzung für Anschlussfähigkeit an Märkte, für Innovation, Wirtschaftswachstum, für moderne und zukunftssichere Arbeitsplätze, für Wohlstand und auch dafür, dass junge Menschen sagen: Ich bleibe hier – oder auch: ich komme hierher!“

„Der Landkreis Emsland verfolgt den Glasfaserausbau seit Jahren mit großem Engagement und einer klaren langfristigen Strategie. Dass nun auch die verbliebenen unterversorgten Bereiche systematisch erschlossen werden, zeigt den hohen Stellenwert digitaler Infrastruktur für die Region“, erklärt Bastian Hiller, Projektleiter des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen (BZNB).

Für die Umsetzung des Projekts sind umfangreiche Tiefbauarbeiten vorgesehen. Im Gebiet Nordwest sollen unter anderem rund 444 Kilometer Leerrohre verlegt, zusätzliche Glasfaserleitungen errichtet und 149 neue Glasfaserverteilerschränke installiert werden. Die Fertigstellung der Maßnahmen ist nach Angaben der Projektbeteiligten bis Ende 2027 geplant. Somit würde der Landkreis die bundesweiten Ausbauziele deutlich vor dem anvisierten Jahr 2030 erreichen.

Der Ausbau wird durch Fördermittel von Bund und Land Niedersachsen unterstützt. Die Gesamtkosten der dritten Projektphase belaufen sich auf rund 53,7 Millionen Euro. Der Bund übernimmt 50 Prozent der Kosten, das Land Niedersachsen weitere 25 Prozent. Landkreis und Kommunen tragen gemeinsam den verbleibenden Anteil.