Viele Glasfaseranschlüsse bleiben ungenutzt – Nachfrage wächst langsamer als der Ausbau

In Deutschland liegt bei vielen Haushalten bereits ein Glasfaseranschluss, doch ein großer Teil wird weiterhin nicht aktiviert. Das zeigt der aktuelle Glasfaser-Monitor des Vergleichsportals Verivox. Demnach verfügen rund 22 Prozent der Haushalte über einen Anschluss im Gebäude, nutzen ihn aber nicht. Im Jahr 2024 lag dieser Anteil noch bei 32 Prozent. Gleichzeitig geben inzwischen 24 Prozent der Befragten an, tatsächlich über Glasfaser zu surfen, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Ein häufiger Grund für den Wechsel ist laut Studie weniger der konkrete Bedarf als vielmehr „eine gute Gelegenheit“. So entscheiden sich viele Haushalte für einen Anschluss, wenn gerade in der eigenen Straße gebaut wird oder ein günstiges Angebot vorliegt. Insgesamt nennt etwa die Hälfte der Befragten eine solche Gelegenheit als ausschlaggebend. Auf der anderen Seite bleiben viele Verbraucher*innen bei DSL- oder Kabelanschlüssen, weil sie mit ihrer bisherigen Verbindung zufrieden sind, höhere Kosten befürchten oder den Wechsel als aufwendig empfinden. Fachleute sprechen sich deshalb für klare Vorgaben beim Übergang von Kupfer- zu Glasfasernetzen aus und plädieren zugleich für mehr Wettbewerb, etwa durch verpflichtend offene Netzinfrastrukturen.

Auch die Zeit bis zur Freischaltung sorgt für Zurückhaltung. Besonders im ländlichen Raum berichten viele Kund*innen von langen Wartezeiten zwischen Ausbauzusage und tatsächlicher Nutzung. Ein Teil der Befragten gab an, mehr als ein Jahr auf die Aktivierung gewartet zu haben. Selbst in Großstädten hat sich dieser Zeitraum zuletzt deutlich verlängert. Gründe hierfür sind u. a. überlastete Tiefbaukapazitäten, langwierige und komplexe Genehmigungsverfahren sowie Fachkräftemangel im Baugewerbe.

Ist der Ausbau erfolgt, können sich mehr als die Hälfte der Nutzenden keine Rückkehr zu DSL- oder Kabelanschlüssen mehr vorstellen. Gleichzeitig bleibt der Markt stark fragmentiert. Neben großen Anbietern sind zahlreiche regionale Netzbetreiber aktiv, wodurch die Versorgung je nach Region unterschiedlich schnell vorankommt.

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