Neue VDE-Leitlinie soll Glasfaserausbau in Gebäuden beschleunigen

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) hat im Februar 2026 mit der Leitlinie 0800-730 neue technische Empfehlungen für die Installation von Glasfasernetzen innerhalb von Gebäuden vorgelegt. Die Leitlinie verfolgt das Ziel, bestehende Hürden beim Ausbau zu beseitigen und den Anschluss von Wohnungen und Häusern an das Glasfasernetz einfacher umzusetzen.

Nach Angaben des Verbandes sind in Deutschland bereits Millionen Grundstücke mit Glasfaser erschlossen, jedoch deutlich weniger Haushalte tatsächlich angeschlossen. Ein Grund dafür sind bislang aufwendige Vorgaben für die Verlegung der Leitungen im Gebäudeinneren, insbesondere im Bereich des Brandschutzes. In bisherigen Regelwerken wurden Glasfaserkabel häufig wie elektrische Leitungen behandelt, obwohl sie keinen elektrischen Strom führen und damit kein vergleichbares Brandrisiko darstellen.

Die neue Leitlinie stellt klar, dass Glasfaserkabel aufgrund ihrer technischen Eigenschaften anders bewertet werden können. Dadurch sollen künftig einfachere Installationsmethoden möglich sein, etwa die Verlegung in Metallkanälen oder als sogenannte Klebefasern entlang von Wänden. Dies kann den Aufwand für den Ausbau reduzieren und die Kosten pro Anschluss senken.

Die Leitlinie orientiert sich bereits an Anforderungen der europäischen Gigabit-Infrastrukturverordnung (Gigabit Infrastructure Act), die den Ausbau schneller Netze europaweit erleichtern soll. Auch wenn die VDE-Leitlinie zunächst keine rechtlich verbindliche Vorschrift ist, kann sie als anerkannte technische Grundlage für Planung, Bau und Genehmigung von Inhouse-Installationen dienen.

An der Erarbeitung waren mehr als 30 Fachleute aus Netzbetrieb, Planung, Installation und Prüfung beteiligt. Die Ergebnisse sollen in die laufende Überarbeitung der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie einfließen, die in vielen Bundesländern Grundlage für baurechtliche Vorgaben ist. Damit könnte der Ausbau von Glasfaseranschlüssen innerhalb von Gebäuden künftig deutlich schneller umgesetzt werden.

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