Landkreis Wesermarsch: Noch 8.500 Adressen ohne gigabitfähigen Anschluss

Im Landkreis Wesermarsch bestehen weiterhin deutliche Versorgungslücken beim schnellen Internet. Nach Angaben der Breitbandkoordination verfügen rund 8.500 der insgesamt etwa 35.500 Adressen noch über keinen gigabitfähigen Anschluss. Für den Landkreis ergibt sich daraus weiterhin ein erheblicher Ausbaubedarf, um die angestrebte Gigabitversorgung bis 2030 sicherzustellen.

Breitbandkoordinator Matthias Sturm berichtet, dass die Telekommunikationsunternehmen derzeit vor allem auf einen eigenwirtschaftlichen Ausbau setzen – also den Ausbau ohne den Einsatz von Fördermitteln. Dieser konzentriert sich jedoch auf Bereiche, in denen sich Investitionen wirtschaftlich lohnen. In vielen ländlichen und dünn besiedelten Gebieten bleibt die Nachfrage oftmals gering, sodass dort bislang keine Erschließung erfolgt ist. Besonders kleinere Orte sind überdurchschnittlich betroffen.

Der Fachausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Digitalisierung des Kreistags hat Anfang Oktober das weitere Vorgehen beraten. Geplant ist, den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch gezielte Nachverdichtung zu ergänzen, um so auch Adressen zu erschließen, die nahe bestehender Trassen liegen, aber bislang nicht angebunden sind.

Für Adressen, bei denen weder ein eigenwirtschaftlicher Ausbau noch eine Nachverdichtung möglich ist, soll künftig das Lückenschluss-Programm des Bundes genutzt werden. Damit können auch solche Anschlüsse realisiert werden, bei denen die Erschließung aufgrund hoher Kosten bisher nicht wirtschaftlich darstellbar war. Die Versorgungssituation variiert jedoch deutlich innerhalb des Landkreises: Während in Nordenham nur noch wenige Haushalte unversorgt sind, bestehen in Butjadingen, Elsfleth oder Lemwerder weiterhin größere Lücken.

Der Landkreis betrachtet den weiteren Glasfaserausbau als einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Entwicklung. Mit einer flächendeckend leistungsfähigen digitalen Infrastruktur sollen langfristig stabile und zukunftssichere Anbindungen für Bürger*innen und Unternehmen gewährleistet werden. Die im Wirtschaftsausschuss vorgestellten Darstellungen zur weiteren Breitband-Ausbaustrategie wurden Anfang Oktober einstimmig vom Kreistag beschlossen.