Glasfaser Nordwest beginnt mit dem Ausbau

Die Deutsche Telekom und EWE haben das gemeinsame Unternehmen „Glasfaser Nordwest“ gegründet. Es hat seinen Firmensitz in Oldenburg (Niedersachsen) und soll bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit schnellem Internet versorgen.

Glasfaser Nordwest wird in Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bremens ausbauen. Technische Grundlage sind Glasfaseranbindungen bis ins Haus (Fibre to the Home/FTTH). Beide Partner gehen von einer Investitionshöhe von bis zu zwei Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren aus. Die Kooperation ist zeitlich nicht beschränkt.

Die ersten Ausbaugebiete befinden sich in Belm und Cloppenburg, gefolgt von Achim, Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Emsdetten, Georgsmarienhütte, Oldenburg, Stade, Tostedt, Weyhe und Vechta. Die Glasfaser Nordwest wird nach eigenen Aussagen umgehend mit dem Ausbau starten.

Mit dem gemeinsamen Ausbau von Glasfasernetzen will Glasfaser Nordwest auch bislang unterversorgte Gebiete erschließen. Komplett unwirtschaftliche Ausbaugebiete werden aber weiterhin auf Fördermaßnahmen angewiesen sein. An diesen wird sich das Unternehmen aus kartellrechtlichen Gründen nicht beteiligen.

Glasfaser Nordwest wird allen interessierten Telekommunikationsunternehmen Glasfaser zu üblichen und diskriminierungsfreien kommerziellen Bedingungen zur Verfügung stellen. 2020 sollen die ersten Kunden im Ausbaugebiet die neuen Glasfaseranschlüsse nutzen können. Das Gemeinschaftsunternehmen wird dabei keine Telekommunikationsdienste direkt an Endkunden vermarkten. Ihr Auftrag ist es, EWE, Telekom und anderen Telekommunikationsunternehmen wettbewerbsoffen Glasfaserzugänge anzubieten. Andere Unternehmen können diese Glasfaserinfrastruktur zu festgelegten Konditionen einkaufen (wholebuy), mit eigenen Produkten „veredeln“ und ihren Endkunden als eigenständiges Produkt anbieten.

In den ersten beiden Jahren werden die auszubauenden Gebiete vorab festgelegt. Die beiden Mutterunternehmen Telekom und EWE bauen aus. Im Anschluss vergibt Glasfaser Nordwest die Ausbaugebiete in einem wettbewerbsoffenen Auswahlverfahren – auch an Dritte. Wettbewerbsoffenen bedeutet, dass Glasfaser Nordwest sich für das beste Angebot zum Infrastrukturausbau entscheidet.