Landkreis Harburg baut an der digitalen Zukunft

Das Breitbandprojekt für den Landkreis Harburg nimmt kräftig an Fahrt auf.

Landrat Rainer Rempe (5. v. li.) nimmt zusammen mit Staatssekretär Stefan Muhle, Vertretern des Breitbandzentrums, der Baufirma Kuhlmann und der EWE, der Samtgemeinde Salzhausen und des Landkreises den ersten Spatenstich für den Glasfaser-Infrastrukturausbau für die weißen Flecken im Landkreis Harburg vor. © Landkreis Harburg

Landrat Rainer Rempe hat zusammen mit Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, sowie gemeinsam mit dem Salzhausener Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause, Peer Beyersdorff vom Breitbandzentrum Niedersachsen-Bremen, Vertretern des Netzbetreibers EWE und der beauftragten Baufirma Kuhlmann Leitungsbau (Lüneburg) am Dienstagnachmittag mit dem symbolischen ersten Spatenstich nun auch den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten zum schnellen Internet in den sogenannten weißen Flecken gelegt. Los geht es aktuell unter anderem in Salzhausen, nachdem die letzten Aufträge für die Ausbaugebiete am Montag vergeben werden konnten.

Ohne Computer & Co. geht nichts mehr – und längst hat die Digitalisierung den gesamten Alltag erfasst. Umso wichtiger ist die gute Versorgung mit schnellem Internet, wie Landrat Rainer Rempe deutlich machte. „Für den Landkreis ist das Hochgeschwindigkeitsinternet ein unverzichtbarer Standortfaktor. Unternehmen, die sich hier ansiedeln oder ihren Standort im Landkreis erweitern wollen, achten ebenso wie Familien, die in die Region ziehen, genau darauf, wie auch die technische Infrastruktur bei uns aussieht. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Spatenstich einen weiteren Grundstein für die digitale Zukunft des Landkreises legen.“

Auch Staatssekretär Stefan Muhle und Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause betonte die Bedeutung des Breitbandausbaus im Landkreis Harburg. Das sei heute ein ganz wichtiger Tag, stellte der Staatssekretär fest.

Das Breitbandprojekt des Landkreises und 25 seiner Gemeinden wird rund 7.000 private und gewerbliche Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie sämtliche kreiseigene Schulen und optional auch alle anderen Schulen im Landkreis mit Breitband-Internet mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 50 MBit/s versorgen.

Die Rechtslage in der Bundesrepublik Deutschland überlässt den Netzausbau grundsätzlich dem freien Markt der privaten Telekommunikationsunternehmen. Landkreis und Kommunen können nur dort aktiv werden und weiße Flecken mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgen, wo Telekommunikationsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen kein Interesse haben.

Der Landkreis und die Gemeinden investieren bei einer Bundes- und Landesförderung von rund 50 Prozent etwa 45 Millionen Euro in den Bau des passiven Hochgeschwindigkeitsnetzes mit Leerrohren, Glasfaserkabeln und Netzverteilern. Dabei werden unter anderem allein rund 580 Kilometer Glasfaser verlegt. Die Ausbaumaßnahmen werden im gesamten Kreis vorgenommen. Die Tiefbaumaßnahmen für die passive Infrastruktur finden bereits in Salzhausen, Drestedt, Gödensdorf, Appel und Wenzendorf statt.

Aber auch die anderen Gebiete sollen schnell an die Reihe kommen. Die Arbeiten sollen insgesamt im 2. Quartal 2023 bau- und netztechnisch abgeschlossen werden, die Aktivierung durch die EWE soll bis zum zweiten Quartal 2024 erfolgen. Die einzelnen Kopplungspunkte, bei denen es durchaus mehrere in einer Gemeinde geben kann, werden nach Möglichkeit aber in Teilen abgenommen und an den Netzpächter EWE Tel übergeben, der dann die weiteren Schritte vornimmt, um das Netz aktiv zu schalten. Der Vorteil: Die Bürgerinnen und Bürger können in einzelnen Ausbaugebieten frühzeitiger vom schnellen Internet profitieren, was gerade in Zeiten mit Homeoffice ein wichtiger Aspekt ist.

Die Schulen werden im Rahmen des sogenannten vorgezogenen Breitbandausbaus mit dem schnellen Internet versorgt. 20 Schulen sind bereits angeschlossen, weitere 34 folgen in Kürze. Die Anbindung an das Glasfasernetz soll für sie bis 31. Dezember 2021 erfolgen, die Aktivschaltung bis Anfang des 2. Quartals 2022.