Einmalige Bohrschlammbehandlungsanlage im Landkreis Uelzen

In Borg im Landkreis Uelzen steht auf dem Betriebsgelände der AWB Uelzen eine, in dieser Form einmalige, Anlage zur Behandlung und Verwertung von Bohrschlämmen. Stefan Muhle, Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, besuchte am Freitag den 08.11.2019, auf Einladung des Landrates des Landkreises Uelzen Dr. Heiko Blume die Anlage.

Bohrschlammbehandlung

v.l.: Christina Harms, Marcus Joseph, Peer Beyersdorff, Dr. Heiko Blume, Stefan Muhle

Muhle lobte den Mut und die Initiative des Landkreises in Sachen Bohrschlammbehandlung aktiv zu werden. Peer Beyersdorff, Geschäftsführer des Breitbandzentrums Niedersachsen-Bremen war ebenfalls der Einladung des Landrates gefolgt. Auch Beyersdorff gratulierte dem Landrat zur Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage als „zweites Pilotprojekt“ im Landkreis Uelzen und freute sich über die neue und innovative Bohrschlammbehandlungsanlage in Niedersachsen. „Diese Anlage, die aktuell noch im Probebetrieb läuft, wird sicherlich auch für viele andere Landkreise beziehungsweise viele andere Erzeuger solcher Schlämme von großem Interesse sein“, sagte Beyersdorff.

Deren Arbeits- beziehungsweise Funktionsweise hatten zuvor Christina Harms, Betriebsleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes des Landkreises Uelzen, sowie Marcus Joseph, Leiter des Entsorgungszentrums Borg, vorgestellt. Die Anlage sei besonders unter Nachhaltigkeitsaspekten positiv zu bewerten, da mit der Technik Bohrschlämme mittels verschiedener Verwertungswege aufbereitet werden könnten, erklärte Harms.

In mehreren Verfahrensschritten werden die Schlämme entwässert und schließlich verfestigt. Alternativ kann mit Hilfe der Anlage zum einen auch Flüssigboden hergestellt werden, der zum Verfüllen von Leitungsgräben genutzt oder einer anderen Verwertung zugeführt werden kann. Zum anderen kann der Feststoff auch zu Betonsteinen für Anschubwände und Lagerboxen verarbeitet werden. Es werden nur Bohrschlämme aus dem Rohrleitungsbau (Bentonitschlämme) verarbeitet, Bohrschlämme zum Beispiel aus Fracking-Verfahren könnten nicht behandelt werden.

Die Durchsatzleistung der Anlage beträgt etwa 12.000 Tonnen pro Jahr und damit weit mehr, als Bohrschlämme aus dem Glasfaserprojekt des Landkreises anfallen. Daher können sich interessierte Landkreise und Betriebe, die vor der Herausforderung der Bohrschlammbehandlung stehen, gerne an die AWB Uelzen wenden.